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Ungeklärter geographischer Geltungsbereich

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Unbeantwortet ist bis jetzt die Frage, wer der Adressat der anthropozentrischen Umweltethik ist. Stellen nur die Menschen in den reichen Industrieländern oder alle Menschen auf der Erde “das Maß aller Dinge” dar?

Angesichts der Dritte-Welt-Problematik und dem Wohlstandsgefälle zwischen nördlicher und südlicher Erdhalbkugel deutet alles darauf hin, daß weltweit betrachtet nicht einmal eine anthropozentrische Umweltethik vorliegt.

Kümmert es den reichen Norden doch relativ wenig, ob der Süden in Armut dahinsiecht. Sogar extremste Wohlstandsgefälle in Drittwelt-Ländern hindern international operierende Unternehmen nicht daran, mit diesen Ländern Geschäfte abzuschließen, die nur einem kleinen Bruchteil der dortigen Bevölkerung zu Gute kommen.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO zählen bereits über eine Million der von großer Armut betroffenen Kinder in Brasilien zu den Kleinwüchsigen, von denen viele später zu homem gabirus werden, den Rattenmenschen oder “Garbage People”, die auf den Müllkippen der wuchernden Metropolen nach Eßbarem wühlen.

Im Nordosten Brasiliens hat z.B. die Kinderarmut bereits ihre eigene Menschenrasse kreiert. Dort wird mittlerweile jedes dritte Kind als homem naninco, als Zwergenmensch geboren: “höchstens 1,50 Meter groß, oft geistig und körperlich behindert, dünne Beine, nur Haut und Knochen, das Gehirn abnorm klein”.[1]

Fraglich ist auch im Zuge der Globalisierung, ob z.B. Exporte von Problemmüll in Entwicklungsländer der Dritten Welt oder die Produktion internationaler Großunternehmen mit geringeren bis gar nicht vorhandenen Umweltstandards in der Dritten Welt mit einer weltweiten Anthropozentrik zu vereinbaren sind.

Es drängt sich der Verdacht auf, daß weltweit betrachtet im Augenblick wohl eher eine egoistische Umweltethik vorliegt, beschränkt auf eine klar umrissene Teilnehmerzahl in den reichen Industrieländern.

 

[1] Vgl. zur Kinderarmut in Brasilien auch Wernicke, C. (1992), Die Schuld der Gläuber, in: “ZEIT-Punkte” Nr.1/92, Ein Gipfel für die Erde - Nach Rio: Die Zukunft des Planeten, S.63 u. 64.

 

 

 

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