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1) Selbstbeschränktheit

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3) Anwendungsmöglichkeiten

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Selbstbeschränktheit des Menschen

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In welche Gewissenskonflikte jemand kommen kann, der konsequent einer biozentrischen Umweltethik verhaftet ist, zeigt das Beispiel der Natur-Philosophie von Albert Schweitzer. Er plädierte für eine grenzenlose Verantwortung für das Leben.

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Albert Schweitzer

Albert Schweitzer (1875-1965)

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Weil biozentrisch gesehen auch Läuse und Bakterien uneingeschränkte Rechte im Tierschutz genießen, fühlte Albert Schweitzer sich als “Massenmörder von Bakterien”, weil er sie mit Medikamenten tötete, um kranke Menschen zu heilen.

Die Seelenqualen, die Albert Schweitzer dabei in seinem Leben empfand, brachte er in folgendem Zitat zum Artenschutz zum Ausdruck:

“Ich freue mich über die neuen Schlafkrankheitsmittel, die mir erlauben, Leben zu erhalten, wo ich früher qualvollem Siechtum zusehen mußte.

Jedesmal aber, wenn ich unter dem Mikroskop die Erreger der Schlafkrankheit vor mir habe, kann ich doch nicht anders, als mir Gedanken darüber zu machen, daß ich dieses Leben vernichten muß, um anderes zu erretten.”[1]

Der Mensch käme in seinem Leben also in permanente innere Konflikte, müßte er doch ständig zur eigenen Selbsterhaltung gegen biozentrische Prinzipien in der Natur verstoßen.

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Dabei sollte nicht vergessen werden, daß sich hinter dem vielgerühmten Gleichgewicht der Natur, das sich z.B. beim Genuß eines Sonnenuntergangs in einer schönen Naturlandschaft so verlockend darstellt, in Wirklichkeit ein gnadenloser und oft grausamer Überlebenskampf bis hin zu den kleinsten Organismen verbirgt.

Auch Albert Schweitzer war sich dieser zwei Gesichter der Natur bewußt, was folgendes Zitat zum Ausdruck bringt: “Die Natur ist schön und großartig, von außen betrachtet, aber in ihrem Buch zu lesen, ist schaurig.”[2]

Eine konsequent verstandene Biozentrik würde letztlich vom Menschen verlangen, die Gründe zu vertreten, warum es ihn überhaupt gibt.

Es stellt sich jedoch die Frage, welchen Sinn eine Ethik haben kann, die real nicht lebbar ist und unter deren Blickwinkel alle Handlungen verwerflich sind? Eine Ethik, die ständig ein schlechtes Gewissen verursacht, birgt die Gefahr in sich, daß sie zu guter Letzt gar nicht mehr beachtet wird. Gemäß dem Motto: “Wie ich es auch mache, mache ich es sowieso falsch”.

Ein Zitat von Albert Schweitzer bringt diese Überlegung auf den Punkt: "Es ist besser, hohe Grundsätze zu haben, die man befolgt, als noch höhere, die man außer Acht läßt."

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Weitere Zitate von Albert Schweitzer zur biozentrischen Umwelt-Ethik:

 

Indem ich einem Insekt aus der Not helfe, tue ich nichts anderes, als das ich versuche, etwas von der immer neuen Schuld des Menschen an der Kreatur abzutragen.

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Gut ist der Mensch nur, wenn ihm das Leben schlechthin, das der Pflanze und das des Tieres wie das des Menschen heilig ist und er sich ihm überall, wo es in Not ist, helfend hingibt.

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Ohne Ehrfurcht vor dem Leben hat die Menschheit keine Zukunft.

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Der wahrhaft Ethische nimmt sich die Zeit, einem Insekt, das in einen Tümpel gefallen ist, ein Blatt oder einen Halm zur Rettung hinzuhalten. Und er fürchtet sich nicht, als sentimental belächelt zu werden.

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Ehrfurcht vor dem Leben ist die höchste Instanz. Was sie gebietet, hat seine Bedeutung auch dann, wenn es töricht oder vergeblich scheint.

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Die Blumen haben ebensoviel Recht zu leben wie wir.

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Ethik ist ins Grenzenlose erweiterte Verantwortung für alles was lebt.

Schaubild: Sprüche und Zitate über die Natur aus Werken und Reden von Albert Schweitzer

 

 

[1] Vgl. dazu Schweitzer, Albert, Die Ehrfurcht vor dem Leben: Grundtexte aus fünf Jahrzehnten, Hrsg. v. Bähr, H.W. (1991), 6. Aufl., München, S. 158.

[2] Vgl. dazu Schweitzer, Albert, Die Ehrfurcht vor dem Leben: Grundtexte aus fünf Jahrzehnten, Hrsg. v. Bähr, H.W. (1991), 6. Aufl., München, S.33.

 

 

 

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