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Qualitatives Wachstum ersetzt quantitatives Wachstum

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Unter dem Gesichtspunkt der Nachhaltigkeit müsste quantitatives durch qualitatives Wachstum ersetzt werden. In diesem Zusammenhang ist mit quantitativem Wachstum die absolute Steigerung des Sozialprodukts ohne Berücksichtigung der Nutzung von Umweltgütern gemeint.

Es wird nicht näher untersucht, wie das Sozialprodukt zustande kam. Allein die absolute Größe und mengenmäßige Zunahme der gesamtwirtschaftlichen Produktion (BIP - Bruttoinlandsprodukt) ist entscheidend.

Diese mengenmäßige Betrachtungsweise erweist sich aber gerade unter Umweltgesichtspunkten als problematisch, weil das Abholzen von Wäldern, das Überfischen oder der Erzbergbau als “einträgliche” Tätigkeiten eine positive Bewertung erfahren.[1]

Würde ein Land wie ein Unternehmen geführt, dann müßte der Substanzverlust an wertvollen Rohstoffen entsprechend im Sozialprodukt berücksichtigt werden.[2]

Das gilt v.a. für die Entwicklungsländer, deren rapider Abbau natürlicher Rohstoffe positiv in das Sozialprodukt miteinfließt und so auch noch den Eindruck erweckt, es würde erfolgreich gewirtschaftet.

So würde das Wirtschaftswachstum Indonesiens von 1971 bis 1984 nicht mehr sieben Prozent betragen, sondern nur noch vier Prozent, wenn die Substanz-Verluste durch den Abbau von Erdöl, Bauholz und Ackerboden miteinbezogen werden würden.[3]

Um qualitatives Wachstum zu ermitteln, muß von einer anderen Berechnungsgrundlage ausgegangen werden, die auch die Umwelt als Komponente des Sozialprodukts berücksichtigt.[4]

Eine saubere Umwelt wird dann als Gut zur Steigerung der Lebensqualität betrachtet. Der mit der Produktion und dem Verbrauch von Gütern einhergehende Umweltverzehr vermindert den Wohlstand der Bevölkerung. Steigt das Angebot an intakten Umweltgütern im Betrachtungszeitraum, dann steigt auch das Sozialprodukt.

Wenn also ein Land von seinem Naturkapital lebt, dann müssten unter dem Gesichtspunkt qualitativen Wachstums Rückstellungen gebildet werden für die zu erwarteten Einkommenseinbußen, wenn der Rohstoffvorrat erschöpft ist.

Diese Rückstellungen würden dem Sozialprodukt eine andere Aussagekraft verleihen und im Rahmen einer nachhaltigen Entwicklung die Erkenntnis in Erinnerung zurückrufen, daß nicht von der Substanz gelebt werden sollte.

 

[1] Vgl. zur Def. v.Weizsäcker, U.E., Lovins, A.B. und L.H. (1995, 1996), Faktor vier: Doppelter Wohlstand - halbierter Naturverbrauch, Der neue Bericht an den Club of Rome, München, S.332.

[2] Vgl. zur Def. Schmidheiny, S. mit dem Business Council for Sustainable Development (1992), Kurswechsel: Globale unternehmerische Perspektiven für Entwicklung und Umwelt, München, S.62.

[3] Ebenda, S.64.

[4] Qualitatives Wachstum beinhaltet allgemein neben der absoluten Steigerung der gesamtwirtschaftlichen Produktionsmenge (BIP - Bruttoinlandsprodukt) und der Schonung der Umwelt auch die Verbesserung der Lebensqualität der Menschen oder eine gerechte Einkommensverteilung. Die Messung des qualitativen Wachstums und die Steigerung des Wohlstands in einer Gesellschaft ist allerdings in der Praxis mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden.

 

 

 

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